Der französische Historiker François Furet wurde bekannt durch seine radikale Neuinterpretation der Französischen Revolution. Er kritisiert die falsche Alternative, "die Revolution zu verwünschen oder ihren Ruhm zu singen" und befreit so dieses Schlüsselereignis der modernen Geschichte aus seiner Vereinnahmung durch akademische Orthodoxie und politische Mythologisierung, um ihm seine Widersprüchlichkeit und seinen offenen Horizont zurückzugeben.
In der Vorlesung, die Furet im Rahmen der vom Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien veranstalteten Reihe zu Ehren des 1977 verstorbenen tschechischen Philosophen und Bürgerrechtlers Jan Patocka gehalten hat, geht er dem komplexen Verhältnis zwischen Rousseaus philosophischem Programm und der politischen Praxis der Französischen Revolution nach.