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Derrida, Jacques: "Bleibe, Athen" [«]

Camera Austria International, Michael Wetzel, (112/2010)

"[Es geht] um das Spannungsverhältnis einer rein medialen Spurensicherung durch das technische Verfahren fotografischer Aufnahmen sowie Reproduktion und der sprachlichen Assoziation mit ihren idiomatischen Singularitäten und Unübersetzbarkeiten.

 

Da ist auf der einen Seite ein mythisch verklärtes Athen kurz vor der magischen Mittagsstunde des 'panischen Schreckens', die Geburtsstätte der platonischen Philosophie und der abendländischen Metaphysik mit ihren Vorurteilen gegen die Schattenschrift der trügerischen Dinge mit ihren gespenstischen (spektralen) Phänomenen; und auf der anderen Seite eine 'Verzögerungsvorrichtung' genannte Fotografie, die zumindest das auf den Fotos Sichtbare festzuhalten, zu reproduzieren und zu archivieren verspricht.

 

[Derrida] verfolgt in seiner Argumentation wie schon so oft eine Doppelstrategie, die das quasi barocke Meditieren über Vergänglichkeit mit den melancholischen Motiven der Fotografie parallelisiert, die neben Aufnahmen der Akropolis vor allem Markt-, Cafehaus- und Trödellädenszenen dokumentieren. Denn sie halten ein vergangenes, vergehendes Athen fest oder unter Verschluss, halten das Verschwinden des alten Athen an, um es in der Funktionslosigkeit eines virtuellen Gestorben-Seins ('defunctus'), das charakteristisch für die fotografische Zeitökonomie des Verzugs ist, einer vertieften Reflexion zu unterziehen.

 

Auf jeden Fall bietet der Text neben den Fotos eine anregende Lektüre, die von der gründlichen Übersetzung und ihrer ausführlichen Kommentierung noch gesteigert wird."